von Gesi69 » 19. Mär 2010, 22:01
Das sind ganz schön viele Themen auf einmal. Denen allen zu entgegnen wird etwas länger dauern.
Zum ersten: Die Burgbelagerung durch die Askanier ist die einzige Mittelalterveranstaltung, die wir derzeit auf die Beine stellen können. Es ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Askanier und des Burgmuseums. Diese Veranstaltung gibt es seit 3 Jahren. Im ersten Jahr hatten wir 100 Gäste, im 2. Jahr 500 Gäste, im 3. Jahr 2000 Gäste. Unterm Strich hat sie uns mehr als nur einen finanziellen Gewinn gebracht. Die Medien haben in Berlin über uns berichtet. Vielen Gäste kamen aber gar nicht zum Fest, sondern sind erst zur Burg Ziesar gekommen, nachdem der Massenandrang des Wochenendes verflogen war. Also eigentlich ein voller Erfolg auf ganzer Linie.
Zum zweiten: Du kannst mir glauben, mich hat es am meisten geärgert, dass wir nicht in der MAZ-Ausgabe mit einem großen Artikel waren. Aber die Stadt hat noch keinen Haushalt, daher können Anzeigen nicht geschaltet werden. Andere Wege müssen gefunden werden. Die sehen dann so aus, dass in unregelmäßigen Abständen aus Ziesar redaktionell berichtet wird. Als nächstes steht eine lose Folge über die Museen und Sammler im Amt Ziesar an.
Zum dritten: Was den Deutschen Wandertag 2012 (DWT2012)anbelangt, gibt es einiges zu sagen, gerade, weil wir kein Geld und keine touristische Infrastruktur haben.
Der DWT ist ein überregionales Event, welches stattfindet mit oder ohne uns. Gerade jetzt sind aber die oberen Strukturen, wie der Tourismusverband Fläming, der Landkreis PM, der Märkische Wanderbund auf alles ausgerichtet, was mit Wandern zu tun hat. Wir werden auf Kosten des Landkreises ausgeschilderte Wanderwege bekommen, die auch über einen längeren Zeitraum vom LK gewartet werden, dazu werden Wanderkarten gedruckt. Der TV Fläming betreibt überregionales Marketing und Werbung auf allen großen Messen, die wir uns nie leisten können. D.h. andere geben Geld aus, um die Gäste zu uns in die Region zu locken, andere geben Geld aus, um auch für uns die Infrastruktur zu schaffen. Fördermittelprogramme werden kurzfristig aufgelegt, um das allgemeine Übernachtungsproblem im Fläming anzugehen, und und und……
Ich würde es als große Dummheit betrachten, jetzt nicht auf diesen Zug aufzuspringen.
Ja, es gibt auch andere Sachen, die noch getan werden müssen, aber wir sollten einfach mal aus finanzieller Sicht, Prioritäten setzen.
Zum vierten: Fahrradhotel hin oder her. Ich betrachte das ganze schon auch zweiseitig: Einerseits wird eine Stadt über die Fördermittelquote schier genötigt, das Projekt zu realisieren – aber kann es sich eigentlich nicht leisten. Andererseits hat diese Stadt ein ganz großes Problem: Es gibt zu wenig Gästebetten in der Stadt! Man muss das ganze komplex betrachten. Das Museum hat eine tolle Museumspädagogik mit Programmen für Schulklassen. Gerade Berliner Schulen kommen gern, würden mit ÖPNV reisen, weil sie den gefördert bekommen, müssten dann aber über Nacht bleiben, können sie nicht, müssen daher Bus mieten, dies ist zu teuer, bleiben deshalb weg…
Gerade für Busgruppen ist Ziesar, an der Autobahn gelegen, auch interessant. Die Programme können sich derzeit leider nur auf Tagesausflüge beschränken (2-4 Std.).
Der Burg- und der Glassaal eignen sich hervorragend für Seminare und Tagungen. Dazu werden aber Übernachtungen benötigt. Denn an einer Tagung fängt der interessanteste Teil erst nach dem letzten Vortrag an. Und Anfragen von Studentengruppen für Seminare oder von einzelnen Studenten für das Arbeiten in der Bibliothek kann ich schon gar nicht positiv bearbeiten, da weder ausreichende noch preiswerte Übernachtungen in Ziesar zur Verfügung stehen. Da wäre die „Herberge am Burgpark“ eine hervorragende Ergänzung unseres touristischen Angebotes in der Stadt gewesen. Schade! Es gibt aber sicher auch noch andere Möglichkeiten.
Wenn ich jetzt noch weiter auf all die Aussagen in dem Beitrag antworte, ist die Nacht rum und der Beitrag ellenlang. Wie wäre es, lieber Trollinger, mal eine offene Gesprächsrunde zu organisieren. Damit sollen sich auch alle anderen, die diesen Beitrag lesen, angesprochen fühlen. Wie wäre ein Stammtisch oder Runder Tisch, um auch mal auch noch z.B. Bürgermeinungen zu hören. Vielleicht schaffen wir dann ja mal einen offenen Austausch in der Stadt und sogenannte Fehlentscheidungen aus Deiner Sicht (Museum, Bibliothek, Fahrradhotel - Gewerbegebiet), die wir angeblich in der Stadt haben, könnten beseitigt werden bzw. zukünftig vermieden werden ???!!